Augenoptikerinnen und Augenoptiker sorgen dafür, dass ihre Kundinnen und Kunden gut sehen können und dabei auch noch gut aussehen. Sie sind nicht nur beratend tätig, sondern führen unter anderem Sehtests durch und setzen auch Brillenfassungen und Gläser zusammen.
Bewerbung als Augenoptikerin oder Augenoptiker
Bei der Bewerbung für diesen klassischen Handwerksberuf in der Gesundheitsbranche musst du keine inhaltlichen Besonderheiten beachten. Dein Bewerbungsdossier sollte ein Bewerbungsschreiben, einen Lebenslauf, Arbeitszeugnisse sowie gegebenenfalls weitere Referenzen enthalten.
So verfasst du dein Bewerbungsschreiben als Augenoptikerin oder Augenoptiker
Das Bewerbungsschreiben sollte maximal eine Seite umfassen. Gehe lediglich auf Informationen ein, die für deinen potenziellen Arbeitgeber relevant sind. Dazu gehören Berufserfahrungen und Fähigkeiten, aber gegebenenfalls auch private Interessen und Freizeitbeschäftigungen, die zu deiner Tätigkeit als Augenoptikerin oder Augenoptiker passen.
Das Inserat richtig zu lesen und zu verstehen, gibt dir Aufschluss darüber, welche Kompetenzen der Arbeitgeber von dir erwartet. In deinem Schreiben geht es nicht darum, deinen beruflichen Werdegang zu verschriftlichen. Diese Informationen entnimmt der Arbeitgeber deinem Lebenslauf. Stattdessen zeigst du in deinem Bewerbungsschreiben Persönlichkeit und gehst auf Stärken und Soft Skills aus dem Lebenslauf ein, die sich nicht mit Zeugnissen belegen lassen. Beschreibe anhand von Beispielen, wie du deine Fähigkeiten bereits beweisen konntest.
Augenoptikerin oder Augenoptiker: Voraussetzungen für den Beruf
Neben deinen beruflichen Qualifikationen sind grundlegende Eigenschaften und Soft Skills entscheidend dafür, ob dies der richtige Job für dich ist. Mit folgenden Fähigkeiten überzeugst du in deiner Bewerbung:
- Leistungs- und Einsatzbereitschaft
- Handwerkliches Geschick
- Gespür für Ästhetik
- Kommunikationsfähigkeit
- Einfühlungsvermögen
- Geduld und Sorgfalt
- Teamfähigkeit
- Selbstständigkeit
Formulierungsbeispiele für die Bewerbung:
Um dir eine weitere Hilfestellung zu geben, haben wir hier für dich ein Beispielschreiben verfasst. Natürlich solltest du dieses nicht einfach kopieren, sondern deine Qualifikation in eigenen Worten präsentieren.
Bewerbung als Augenoptikerin oder Augenoptiker: Muster
Sehr geehrte Frau Müller
Besten Dank für das freundliche und informative Telefonat am 15.12.2025. Unser Gespräch hat mich in der Überzeugung bestärkt, dass ich meine umfangreichen Fachkenntnisse als Augenoptiker in Ihrem Betrieb ideal einbringen und noch erweitern kann.
Seit meiner erfolgreichen Lehre arbeite ich in einem familiengeführten Fachgeschäft. Dort übernehme ich sowohl Tätigkeiten in der Werkstatt als auch im Verkaufsraum. Neben dem Anfertigen von Brillen gehört vor allem die Kundenberatung sowie die Warenpflege und -präsentation zu meinen täglichen Aufgaben.
Besonders viel Freude bereitet mir der Kontakt mit Kundinnen und Kunden. Diese schätzen meine umfassende und kompetente Betreuung sehr. Dank meines ausgeprägten Modebewusstseins bin ich auch in Stilfragen der richtige Ansprechpartner und finde für jedes Gesicht das richtige Gestell. Zudem bleibe ich selbst an stressigen Arbeitstagen ruhig und konzentriert.
Da der Betrieb, in dem ich aktuell beschäftigt bin, per 31.12.2025 schliesst, stehe ich Ihnen gern schon ab dem 01.01.2026 zur Verfügung. Fragen zu mir und meiner Bewerbung beantworte ich Ihnen gern telefonisch oder in einem persönlichen Gespräch.
Freundliche Grüsse
Max Mustermann
Der Lebenslauf für deine Bewerbung
Der Lebenslauf ist das Herzstück deiner Bewerbung: Er enthält deine persönlichen Daten wie deinen vollständigen Namen, deine Adresse und deine Telefonnummer. Ausserdem nennst du Stationen deines bisherigen schulischen und beruflichen Werdegangs. Dabei gehst du antichronologisch vor. Du beginnst also mit der aktuellsten Position. Ebenfalls Teil des Dokuments sind Kenntnisse und Fähigkeiten sowie Hobbys, sofern sie für den Beruf relevant sind.
Du bist dir immer noch nicht sicher, wie du eine ansprechende Bewerbung schreibst? Wir helfen dir dabei, deine Bewerbung ganz einfach in nur wenigen Klicks zu erstellen: mit unserem Lebenslauf-Editor! Wähle dazu eine Vorlage aus und füge deine Daten in die entsprechenden Felder ein. Deckblatt, Motivationsschreiben und Lebenslauf: Erstelle deine Bewerbungsunterlagen wie aus einem Guss.
Augenoptikerin oder Augenoptiker: Lohn
Die Höhe deines Einkommens als Augenoptikerin oder Augenoptiker hängt unter anderem von deiner Berufserfahrung, der Unternehmensgrösse und dem Betriebsstandort ab. Grundsätzlich verdienen ausgebildete Augenoptikerinnen und Augenoptiker in der Schweiz mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) zwischen zirka 4'200 und 5'500 Franken brutto im Monat (x13).
Mit Weiterbildungen, zum Beispiel zur Augenoptikermeisterin oder zum Augenoptikermeister (HFP) oder durch ein Studium in Optometrie (B.Sc.), fällt dein Lohn deutlich höher aus. Monatliche Bruttolöhne zwischen 6'000 und 8'000 Franken sind hier möglich, je nach Verantwortung und Position.
Lohnvorstellung in der Bewerbung nennen
Häufig wirst du in Inseraten dazu aufgefordert, in deiner Bewerbung eine Lohnvorstellung anzugeben. Aktuelle Richt- und Durchschnittswerte helfen dir dabei, deinen Wert als ausgebildete Arbeitskraft realistisch einzuschätzen. In der Regel gibst du deinen gewünschten Jahreslohn an.
So kannst du deinen Lohnwunsch im Bewerbungsschreiben formulieren:
Beruf mit Zukunft
Der Beruf ist wie viele handwerkliche Berufe vom Fachkräftemangel betroffen. Viele Betriebe suchen händeringend qualifiziertes Fachpersonal. Wie das offizielle Portal berufsberatung.ch bestätigt, ist der Arbeitsmarkt gut und Berufsleute sind sehr begehrt.
Nicht nur deshalb ist Augenoptikerin oder Augenoptiker ein Beruf mit guten Zukunftsaussichten. Ein Grossteil der Bevölkerung ist auf Sehhilfen angewiesen. Dieser Anteil erhöht sich stetig. Als Gründe dafür gelten unter anderem veränderte Sehanforderungen durch die zunehmende Nutzung von Smartphones und Computern sowie die älter werdende Bevölkerung.
Bewerbung für die Lehre als Augenoptikerin oder Augenoptiker
Hast du noch keine abgeschlossene Grundbildung und möchtest Augenoptikerin oder Augenoptiker werden, musst du dich zunächst auf eine Lehrstelle bewerben. Da du in der Regel noch keine Berufserfahrung im Lebenslauf vorweisen kannst, musst du in deiner Bewerbung mit anderen Erfahrungen und Fähigkeiten überzeugen. Bestenfalls hast du bereits eine Schnupperlehre in einem Optikfachgeschäft absolviert.
Dein fachliches Vorwissen erwähnst du in deiner Bewerbung für die Lehrstelle entsprechend:
Wenn du nicht über Praxis-Kenntnisse verfügst, ist es umso wichtiger, dass du deine Motivation und dein Interesse für den Beruf zum Ausdruck bringst.
Lehre als Augenoptikerin oder Augenoptiker: Voraussetzungen
Um die Lehre anzutreten, musst du keine speziellen gesetzlichen Zulassungsvoraussetzungen erfüllen. In der Regel verlangen Lehrbetriebe jedoch einen Abschluss der Volksschule, oft auf Sekundarschulniveau (Niveau A oder E), da die Anforderungen in Mathematik und Physik relativ hoch sind.
Vorteilhaft ist es, wenn du gute Noten in Deutsch, Mathematik und naturwissenschaftlichen Fächern wie Physik mitbringst. Wichtiger als gute Schulnoten ist jedoch oft, dass du die richtigen Interessen und Fähigkeiten sowie manuelles Geschick mitbringst.
Dauer und Inhalt der Lehre
Die berufliche Grundbildung zur Augenoptikerin oder zum Augenoptiker EFZ dauert seit 2022 nur noch 3 Jahre. Sie findet dual statt. Lernende arbeiten in ihrem Lehrbetrieb, um praktisches Know-how zu erwerben. In der Berufsfachschule erhalten sie Kenntnisse in berufsspezifischen Fächern und Allgemeinbildung. Ergänzend besuchen sie überbetriebliche Kurse (üK).
Die Ausbildung wird mit dem Qualifikationsverfahren (QV, früher Lehrabschlussprüfung) abgeschlossen. Bei Bestehen erhältst du das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ).
Lehrlingslohn
Während deiner Lehre erhältst du einen Lohn. Die Empfehlungen des Verbandes OPTIKSCHWEIZ (Stand 2023) sehen beispielsweise im ersten Lehrjahr ca. 800 Franken, im zweiten ca. 1'000 Franken, im dritten ca. 1'200 Franken und im vierten Lehrjahr ca. 1'400 Franken vor. Die genauen Löhne können je nach Betrieb variieren.
Nach abgeschlossener Lehre kannst du mit einem Einstiegslohn zwischen 4'200 und 4'800 Franken rechnen.
Arbeit als Augenoptikerin oder Augenoptiker: Tätigkeiten
Das Berufsbild ist äusserst vielseitig. Abhängig von deiner Erfahrung und Stellung im Unternehmen übernimmst du viele verantwortungsvolle Aufgaben im Atelier, in der Werkstatt und vor allem im Laden.
Übliche Tätigkeiten sind unter anderem folgende:
- Kundinnen und Kunden individuell beraten, informieren und betreuen,
- Sehtests durchführen (unter Aufsicht oder mit entsprechender Weiterbildung) und Daten aufnehmen,
- Brillen fertigen, anpassen und reparieren,
- Verwaltend-organisatorische und kaufmännische Aufgaben übernehmen.
Berufsleute führen Verkaufsgespräche und helfen dabei, geeignete Brillenmodelle auszusuchen. Oft benötigen Menschen mit Sehschwäche nicht nur eine Brille für den Alltag, sondern auch eine Sonnenbrille oder eine Sportbrille. Um eine ideale Beratung sicherzustellen, informieren sich Fachkräfte regelmässig über Brillenmode, Trends und neue Materialien.
In der Regel arbeiten Augenoptikerinnen und Augenoptiker in einer 42-Stunden-Woche. Ausserdem haben Verkaufsgeschäfte üblicherweise samstags geöffnet. Als Ausgleich zur Samstagsarbeit steht dir ein anderer freier Tag in der Woche zu.
Das Berufsbild verändert sich
Der Markt für Augenoptik ist im Wandel. Neben dem stationären Handel gibt es zunehmend Onlineshops, über die Brillen und andere Sehhilfen vertrieben werden. Wenn du für einen Online-Anbieter arbeitest, entfällt der direkte Kundenkontakt teilweise. Stattdessen bist du dann beispielsweise eher in der Fertigung oder im Support tätig.
Weiterbildung
Als ausgebildete Fachkraft kannst du in verschiedenen Betrieben arbeiten und durch Fort- sowie Weiterbildungen dein Fachwissen erweitern und dich spezialisieren.
Wenn du eine Führungsposition anstrebst oder selbst ein Fachgeschäft eröffnen möchtest, kannst du die Höhere Fachprüfung (HFP) ablegen und das Diplom als «Eidgenössisch diplomierte Augenoptikerin» bzw. «Eidgenössisch diplomierter Augenoptiker» erlangen. Alternativ steht dir mit Berufsmaturität das Studium an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) offen, wo du den Bachelor of Science in Optometrie erwerben kannst.
Anschließend kannst du dich weiter qualifizieren – zum Beispiel in der Betriebsführung. Solche zusätzlichen Qualifikationen kommen auch immer deinem Bildungsweg im Lebenslauf zugute.
Alternative Berufe
Augenoptikerinnen und Augenoptiker können sich auf verschiedene Schwerpunkte spezialisieren. Denkbar ist etwa eine Beschäftigung im Aussendienst für Glas- oder Fassungslieferanten. Wenn dir insbesondere Tätigkeiten in der Werkstatt gefallen, passt vielleicht auch die Arbeit in der industriellen Fertigung von optischen Geräten zu dir.